Ja, Kambodscha, nach 4 Wochen, wie haben wir dieses Land erlebt? Tomi schreibt:
Land und Leute
Am Grenzübergang von Thailand nach Kambodscha hat man schon gemerkt, hier laufen die Uhren anders. Korrupter Zöllner, es war schmutziger und die Behausungen einfacher.
Landschaftlich ist Kambodscha richtig schön, besonders abseits der Hauptstraßen, man fährt durch kleine Dörfer und Reisfelder, geteerte Straßen gibt es hier weit und breit nicht mehr. Die Tempelanlagen von Angkor Wat waren schon gigantisch. . In den Großstädten ist ein buntes Treiben, Märkte, Geschäfte und jede Menge Verkehr, aber wie immer alles relaxt.
Die Leute sind entspannt und freundlich, von Hektik keine Spur. Der Verkehr in den Städten ist ein funktionierendes Durcheinander, aber es funktioniert super, da keiner auf sein Recht beharrt und die Ellenbogen ausfährt, wie in Deutschland so oft. In der Hauptstadt Phnom Penh liegt das durchschnittliche Monatseinkommen bei 750 Euro und auf den Land bei 140 Euro . In den Touristenorten versuchen viele an dir zu verdienen. Der größte Teil der Bevölkerung ist nicht wohlhabend, die Armut haben wir bisher in keinen Land so erlebt, aber die, die Geld haben, zeigen es, man sieht viele große westliche Autos.
Die Touristenzentren waren wieder einmal eine schöne Abwechslung , viele Kneipen und Geschäfte, es war viel los, aber dennoch entspannt, besonders in Siem Reap. Hier machen die Leute Werbung für ihr Land
Hotels

für ca. 27 Euro inkl. Frühstück bekamen wir eigentlich immer ein gutes Zimmer mit Balkon ( bis auf 2 Ausnahmen ). Manche Anlagen hatten einen Pool oder eine Dachterrasse dabei . In den großen Hotels gab es zum Frühstück viele warme Gerichte, die wir normal Mittags essen , in den kleineren Hotels hatte man oft die Auswahl zwischen Spiegelei, Rührei oder Omelette mit Toast. Wau!
Verkehrsmittel
In Kambodscha haben wir 2 Möglichkeiten gehabt mit den Bus zu fahren, mit den Minibus oder Omnibus. Die Fahrpreise waren nicht so günstig , wir waren immer mit 6-8 Dollar pro Person dabei. Abgeholt wurden wir immer vom Hotel, aber nie beim Hotel abgeliefert, ich glaube wir sind etwas verwöhnt von Myanmar, zur Freude der Tuk-Tukfahrer, die meistens gut an uns verdient haben.
Das Eisenbahnnetz gab es bis Herbst 2016 nicht, Kambodscha ist momentan dran es aufzubauen. Seit April 16 fährt wieder eine Eisenbahn von der Hafenstadt Sihanoukville nach Phnom Penh ca 266 km. Unter der Woche fahren auf der einspurigen Strecke Güterzüge und Freitag, Samstag und Sonntag Personenverkehr.
In den Städten sich fortzubewegen ist zu Fuß für 0 Euro, mit dem Fahrrad für 1,50 Euro oder mit dem Motorroller für 12 Euro; den Roller haben wir geliebt, besonders für die Ausflüge
Geld
Kambodscha ist kein so günstiges Reiseland, Hotelpreise gehen, aber Fortbewegung, Essen und Eintrittsgelder oder Ausflüge sind nicht so günstig.
Die Währung ist der kambodschanische Riel; 4400 Riel = 1 Euro, die ATM’s spucken Dollar aus, man kann überall mit Dollar zahlen, bekommt oft aber Riel als Wechselgeld raus, die Geldscheine dürfen keine Risse usw. haben, sonst werden sie nicht genommen.
Internet
In den Hotel war das Internet immer super, wir haben uns wieder eine Telefonkarte 3 GB für 4,50 Euro gekauft
Essen
Bisher haben wir viel in Straßenküchen gegessen, das haben wir in Kambodscha die letzten Wochen aufgegeben, man hat nie gewusst, was das Essen so alles beinhaltet, nachdem sie fast alles verwerten. Also sind wir oft in Restaurants gegangen, wo es in manchen Orten auch schwierig war, da sie alle dasselbe anbieten, Eier mit Küken oder Küken mit Ei.
In den Touristenorten bekam man alles, von Burger, Pizza, mexikanisch usw. Die Supermärkte waren hier auch ein Traum, alles was das Herz begehrt, italienischen Schinken, Lyoner und in einem sogar Brezn. Baguette hat es im ganzen Land gegeben.
Die Essenspreise im Restaurant gingen los bei 2 Euro , z.B. Hähnchengericht mit Reis, in der Straßenküche zahlten wir für eine Nudelsuppe 1,40€.
Sicherheit
Null Problemo. Die ersten Tage haben wir uns schon Gedanken gemacht, da in den ersten 2 Hotels am Eingang ein Aufkleber war, Pistolen verboten! In Phnom Penh wurden wir des Öfteren von Einheimischen gewarnt, wir sollen vorsichtig sein, keine Umhängetaschen, kein Geld öffentlich zu zeigen usw.
Fazit
Im Großen und Ganzen haben wir uns in Kambodscha wohl gefühlt, wenn sie mehr Umweltbewusstsein hätten, das war das Einzige was uns wirklich gestört hat, manchmal stinkt es richtig. Sie könnten mehr aus diesen Land machen. Man darf aber auch nicht vergessen, dass Kambodscha erst 1990 ganz von den Roten Khmer befreit wurde, die die ganze Bildung ausmerzte. 1992 waren die ersten freien Wahlen . Das Land war im Wiederaufbau, dafür haben sie in den 24 Jahren viel erreicht.
Wenn man so durch das Land reist, wird einem wieder vor Augen gehalten, in welchen Wohlstand wir leben und es oft nicht mehr zu schätzen wissen, hier leben viele Menschen ohne sauberes Trinkwasser, ohne Kanalisation und ohne Strom .
Leider haben wir die Zeit nicht mehr gehabt auf eine Insel zu fahren, na ja, man kann eben nicht alles haben und 4 Wochen vergehen schnell.
So, jetzt freuen wir uns auf Vietnam
Ergänzungen von Daggi:
Klima: Wir waren in der Regenzeit unterwegs, meistens hat es einmal am Tag richtig stark geregnet. Aber es gab dazwischen auch trockene Tage. Die Landschaft war üppig grün, die Reispflanzen teilweise schon abgeerntet. Der Reis lag auf großen Planen vor den Häusern auf der Straße und wurde getrocknet. Überall waren Tümpel mit weißen, rosa, lila oder blauen Seerosen. Nach den Regengüssen stand das Wasser in den Grundstücken, manchmal waren die Straßen überschwemmt. Der Vorteil der Regenzeit: es waren nicht soviele Touristen unterwegs. Man bekam immer ein Zimmer und beim Besichtigen, außer in Angkor Wat, war man fast allein. Es war jeden Tag drückend und schwül, dadurch waren wir abends meistens ganz schön erledigt.
Essen: In den Straßenküchen gab es nicht viel Auswahl, Baguette mit bisschen Salat und undefinierbarer Wurst, gegrillte Würstchen oder Spießchen mit ???, Nudelsuppe und Eier. Wachteleier, Hühnereier, hart gekocht, als Spiegelei auf Reis und Nudeln. Das Abartigste waren gekochte Entenembryos in der Schale. Gebratene Maden oder Heuschrecken essen hier auch die Einheimischen. Wenn wir Glück hatten, fanden wir gegrillte Schweineschwarte. In den Restaurants bekam man wenigstens Reis oder Nudeln mit Gemüse, aber was so in den Töpfen schwamm, sah meistens nicht so appetitlich aus. Drum ging es uns in Siem Reap oder Phnom Penh recht gut, da gab’s in den Restaurants mehr Auswahl, auch mal eine Pizza oder Fröschlein. Auf dem Markt oder an Standln gibt es alles Mögliche an Obst, z.B. Ananas, Pomelo, Mango und vieles mehr, schon fertig aufgeschnitten und in Plastik verpackt. Für uns ganz praktisch, aber auch die Kambodschaner versorgen sich damit. Und für das Abendessen zu Hause wird oftmals das fertige Essen in Plastiktüten mitgenommen.

Leute: Fast alle waren wirklich nett, besonders die Schulkinder lachten, riefen hallo und winkten uns. Auch die Erwachsenen waren freundlich, lachten uns an, vielleicht auch manchmal aus. Viel erfahren haben wir selten über die Leute, da war das Englisch das Problem.
Land: Kambodscha war bisher das dreckigste Land, der Müll war wirklich überall. Und meistens hing ein Gestank in der Luft, und das nicht nur bei den Fischständen.
Toiletten: Fand man eigentlich überall, nur waren sie sehr unterschiedlich. In Angkor Wat neue, große Häuser, in den Restaurants – Tomi muss ja immer – sind sie ganz o.k. In kleineren Restaurants wohnen die Leute oft hinterhalb des Essensbetriebes und da kam es schon mal vor, dass die Toilette das Familienbad war. Zahnbürstl und Sonstiges neben der Toilettenschüssel. Unterwegs konnte Tomi meist hinter einen Busch, aber das „interessanteste“ Clo war an der Anlegestelle für die Boote bei den schwimmenden Dörfern. Siehe Foto.
Sport: In den Ortschaften fand man meistens in den Parks Sportgeräte, die die Leute gegen Abend auch fleißig benutzten. Außerdem waren dort Gymnastikstunden angesagt, ein junger, dynamischer Vorturner, laute Musik und die Mamis turnten fleißig mit.
Auch ich bin gespannt auf Vietnam, mal sehen, ob es sehr unterschiedlich ist.














Wir freuen uns auf euch in Vietnam
Hallo Ihr Beiden,
Wieder wunderbare Berichte und wir sind ganz neugierig auf Vietnam.
Bleibt fit und gesund.
Hier in München sind auch viele erkältet und jeder zweite hustet. Also nicht viel anders als bei euch. Nur die Temperaturen sind wohl andere.
Liebe Grüße und einen schönen ersten Advent (Ja, Weihnachten kommt näher ;0) ).
Andrea und Franz
Hi, Ihr Zwei,
endlich bin ich wieder „up-to-date“! Eure Berichte und beeindruckenden Fotos sind einfach nur gewaltig. Man riecht förmlich, was Ihr riecht, fühlt sich mit Euch durchgeschüttelt oder verblüfft über das komplexe Verhalten der Einheimischen.
Die Temperaturen hier bewegen sich allmählich doch abwärts. Der Advent ist in vollem Gange. Morgen Abend kommen Michi und Doris zu mir. Wir werden Dich, Dagi, so was von vermissen…
Ich bin dafür, dass Ihr gesund bleibt und freue mich auf die Fortsetzung Eurer Reiseberichte.
Liebe Grüße
Diane