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Australien 30 – Gibb River Road Teil 1

Gibb River Road

Die Geschichte der Gibb River Road beginnt 1960 als Beef Road. Sie wurde also angelegt, um Schlachtvieh von den entlegenen Farmen der Kimberley-Region nach Derby zu transportieren. Zunächst existierte nur der südliche Abschnitt von der Gibb River Station, der die Straße auch ihren Namen verdankt, bis nach Derby. 1962 bekam die Gibb River Road schließlich ihren heutigen Streckenverlauf, als der nördliche Teil hinzugefügt wurde. Gesamte Länge 660km.

Der Zustand der Gibb River Road hängt stark von den Witterungsverhältnissen ab. Während es in der Trockenzeit (Mai-Oktober)ist die Straße gut zu befahren, in der Regenzeit (November-April) zuweilen für jeglichen Verkehr gesperrt. Der Straßenbelag selbst wechselt immer wieder von steinigen zu sandig-erdigen Passagen, kurze Streckenteile sind auch asphaltiert. Typisch für die Gibb River Road als unbefestigte Straße ist die Wellblechpiste.

Montag, 24.07.2017

Von Kununurra noch 54km und dann beginnt die Gibb River Road. Als wir mit Australiern über unsere Route gesprochen haben, und wir erzählten, dass wir die Gibb River Road fahren werden, kam meistens ein „oh, very raff!“. Was wird uns erwarten? Wir erreichen die Abzweigung vom Victoria Highway und … es ist alles asphaltiert! Bis zur Emma Gorge und El Questro bleibt alles sehr gut zu befahren.

Wir machen einen Abstecher zur Emma Gorge, kaufen eine Tageserlaubnis und wandern einen Bach entlang, manchmal müssen wir ihn queren, und kommen nach einer Stunde zu einer Badestelle. Tomi klettert noch ein bisschen weiter und kann unterhalb vom Wasserfall baden. Mich lockt das Wasser nicht so, es ist alles schattig und nicht mehr so warm. Gestern hab ich mir im Supermarkt meinen lädierten Zeh nochmal ordentlich angestoßen, jetzt auf dem Rückweg schmerzt er ganz ordentlich.

Wir fahren nochmal 11km weiter auf der asphaltierten Gibb und biegen dann auf eine Piste ab, die nach El Questro führt. Dort ist ein Campingplatz und wir gehen abends schön essen, schließlich haben wir heute unseren 10. Hochzeitstag.

Dienstag, 25.07.2017

da müssen wir auch durch

Nach dem Frühstück in der Camp-Kitchen wollen wir zur El Questro Schlucht. Wieder eine unbefestigte Straße mit einer sandigen, ungefähr 50cm tiefen Wasserdurchfahrt. Aber das ist kein Problem für Auto und Fahrer. Die Schlucht ist wunderschön, schmal und voller Palmen. Der Weg führt über viele Steine und Felsen. Nicht grad das einfachste für mein Knie und den Zeh. Aber auch das schaffe ich und wir werden nach einer Stunde mit einer ganz schönen Stelle mit Badeteich belohnt. Wir bleiben hier etwas länger sitzen, es ist nämlich spannend. Der Weg führt noch weiter, allerdings muss man einen riesigen Felsbrocken überwinden. Und das ist interessant, wie manche Leute diese Stelle meistern. Oder auch nicht!

Zebedee Springs

Aber wir müssen dann doch zurück, wir wollen noch zu den Zebedee Springs, ein warmes Bächlein, aber dort wird um 12 Uhr die Schranke zu gemacht. Gegen 11Uhr sind wir dort, ein malerischer Ort und ein angenehm warmes Wasser. Überall kleine Gumpen in denen man schön liegen kann. Nach Bad und Mittagsbrotzeit machen wir uns wieder auf den Weg. Und dann kommt’s: der Asphalt hört auf und das Wellblech beginnt! Und wie! Mit Löchern, Steinen, Sand. Alles wird durchgeschüttelt, alle Innereien und das Hirn. Hoffentlich bleibt nix. Wir kommen zur meistfotografierten Wasserdurchfahrt auf der Gibb. Sie ist lang, mit rutschigen Steinen, wegen der Trockenzeit nicht tief und wir sind im Nu durch. Nach 100km haben wir genug und wir stellen uns abseits eines Parkplatzes ins Grüne. Ein schöner, ruhiger Übernachtungsplatz.

Mittwoch, 26.07.2017

Ein schöner Sonnenaufgang, um 8Uhr starten wir schon. Die Straße wird ein wenig besser, kilometerweise spürt man kaum die Riffel. Nach ungefähr 100km kommt der Abzweig zu den Mitchell Falls, aber wir werden sie auslassen, da die Straße ziemlich schlecht sein soll und wir uns und unser Auto schonen wollen. Zum Mount Barnett Roadhouse ist es nicht allzu weit, dort wollen wir übernachten.

Aber wir müssen noch ein bisschen weiter fahren, einen Campingplatz gibt es direkt an der Manning Gorge. Klares Wasser und Sandstrand gleich beim Platz laden zum Baden ein, auch wenn in Sichtweite ein Krokodil auf dem Felsen liegt. Aber das ist ein Süßwasserkroko und die sind nicht gefährlich. Abends ist hier richtig was los, es treffen sich die Leute vom Campingplatz zum Baden und die letzten Wanderer kommen von der Schlucht zurück. Da gibt es für uns einiges zu sehen.

Donnerstag, 27.07.2017

das Transportmittel über den Fluss

Die Nacht war sehr kalt, zum Frühstück um 7Uhr brauche ich eine warme Jacke. Wir machen uns gleich nach dem Frühstück auf zu unserer Wanderung, damit es nicht zu heiß ist. Zuerst müssen wir den Fluss überqueren, es gibt ein Boot und mit einem Seil können wir uns an’s andere Ufer ziehen. Dort geht es durch geschichtete Felsen erst mal ein bisschen hinauf, dann wird der Weg sehr sonnig. Wir müssen über ausgetrocknete Bachbetten und immer wieder über Felsen. Zum Schluss klettern wir über zum Wasserfall hinunter, es ist eine so schöne Schlucht mit einem großen Becken. Dort sind noch nicht so viele Leute und man kann in Ruhe hier Pause machen.

Auf dem Rückweg kommen uns dann doch einige entgegen und wir sind froh, dass wir so früh aufgebrochen sind. Das anschließende Bad im Fluss ist sehr erfrischend, und gut gelaunt kommen wir zu unserem Platz zurück. Und was sehen wir? Der rechte vordere Reifen ist platt! Wirklich ärgerlich. Tomi macht sich gleich an die Arbeit und wechselt den Reifen. Er hat ja schon Übung! Diesmal finden wir keinen Übeltäter. Und das war heute nicht die einzige Überraschung. Nachmittags fährt ein roter Toyota auf den Platz und das sind Conni und Roger aus der Schweiz, die wir in Kununurra kennengelernt hatten. Welche Freude. Abends trinken wir ein Bierchen zusammen und ratschen, bis es uns zu kalt wird.

Samstag, 29.07.2017

Heute geht’s für uns wieder weiter, im Roadhouse kaufen wir noch Brot – leckeren Toast! – und füllen unser Trinkwasser auf. Nicht weit auf der Gibb River Road kommt eine Reifenwerkstatt. Und die fahren wir natürlich an, der platte Reifen muss repariert werden. Auf den Werkstattmann müssen wir erst noch eine halbe Stunde warten, er holt grad Wasser vom Fluss. Das kommt in einen Tank und gefiltert kann es seine Familie trinken. Während der Wartezeit ratschen wir mit seiner Mutter, leider gibt’s keinen Kaffee. Dafür macht er sich gleich an die Arbeit, nachdem er mit zwei großen Wassertanks angebraust kommt. Der Schlauch hat einen länglichen Riss auf der Seite, wir brauchen einen neuen. Für den und die Arbeit zahlen wir 70€. Das geht für diese abgelegene Gegend.

Wir können wieder weiterfahren und kommen zum Abzweig wo es zur Bell Gorge geht. Dort schauen wir uns einen freien Übernachtungsplatz an, aber er gefällt uns nicht so. Deshalb fahren wir die 20km bis zum Buschcamp. Ein schöner Platz mit Wassertoiletten und Duschen. Kostet 8€ pro Person. Und dort lernen wir wieder mal Schweizer kennen, Reni und Marcel, die mit dem gleichen Auto wie wir ein Jahr hier in Australien reisen. Und sie kennen Conni und Roger. So viele reiselustige Schweizer die wir treffen.

 

Published inAustralien

5 Comments

  1. Hallo Ihr Beiden, erstmal Glückwunsch zum Zehnten!!!! Kompliment fürs Durchhalten miteinander!
    Wo ihr euch überall hintraut… und reintraut. Oder ist der kleine Alligator auf dem Fels ein Badetierspielzeug aus Gummi???
    und dann noch einen Platten. Na ja, nicht so schlimm. Ist ja nur unten :-))
    ich erlebe einen wunderbaren Sommer. Bin viel in den Bergen. Letzte Woche auf ner Alm in Südtirol. Viel Arbeit mit Milch, Käse, Buttemachen. Kälbchen kriegen und verlorene Ziegen suchen. vielleicht werde ich doch noch Sennerin.
    Ganz liebe Grüße und gute Besserung für Knie und Zeh
    Eure Gisela

  2. Hanna Hanna

    Hallo zum fernen Australien,
    bin wieder total begeistert. Wer hat fotographiert als ihr durch das Wasser gefahren seid.
    Ist schon eindrucksvoll so viel unberührte Natur.
    Hoffentlich habt ihr nicht so schnell wieder einen Platten. Die Werkstätten hier schauen ein bisschen anders aus.
    Schone ein bisschen deinen Zeh.
    Liebe Grüße
    Hanne

  3. Hallo ihr Beiden,

    Da waren wir ja genau gleichzeitig mit dem Veröffentlichen des Gibb River Road Berichtes. Sehr schöne Bilder. Cool die Dinge zu sehen, die wir verpasst haben. 😉 War supertoll euch kennen gelernt zu haben und eine so tolle gemeinsame Zeit zu haben.

    Ganz liebe Grüsse und allzeit Save Travels,

    Marcel und Reni

  4. Brigitte Brigitte

    Hallo Ihr zwei passionierten Off-Roader,
    für Australien braucht man Zeit, das zeigen Eure Bilder. Immer wieder neue, tolle Landschaften, das macht’s spannend.
    Schön, dass Euch immer wieder bekannte Gesichter begegnen, mit denen Ihr Euch austauschen könnt. Noch dazu sind es auch Langzeitreisende, da gibt’s
    sicher viel zu erzählen.
    Wir wünschen Euch weiterhin eine sichere Fahrt und viele neue Eindrücke!

    Herzliche Grüße
    L u B

  5. Hallo Weltreisende, herzlichen Glückwunsch zum 10. Hochzeitstag. Wir haben jüngst die 25 geschaftt.
    Der Sommer macht hier ein wenig Pause, aber am 22.8. geht es für uns los auf die Seychellen…diesmal sogar als Komplettfamilie.
    Freue mich auf weitere Posts,
    Fatima

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