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Vietnam 3

Freitag, 09.12.2016

Nach einem ausgiebigen Vormittagsratsch die große Verabschiedung von Conni und Michael holt uns ein Kleinbus ab. Bis alle 15 Fahrgäste eingesammelt sind, auf die letzten müssen wir 1/4 Stunde warten, ist es schon 13 Uhr. Unterwegs wird der Fahrer angerufen, er dreht um und fährt ein Stück zurück. Bei einem Laden muss er einige Pakete einladen, wp_20161209_14_59_45_proder Bus ist dermaßen überfüllt, dass die Tür kaum aufgeht. Endlich sind wir auf der Nationalstraße 1 und der Fahrer kann Gasgeben. Nach ungefähr 1 Stunde biegt er in eine kleinere Landstraße ab. Hier gibt es größere und kleinere Löcher, manchmal fährt er richtig Slalom. Und dann bleibt er vor einem Laden / Werkstatt stehen. Er steigt aus, der Motor läuft und die Tür bleibt geschlossen. Der Bus wird angehoben und wir sehen durch’s Fenster, dass ein Reifen abmontiert wird und ein Mechaniker anfängt, den Reifen von der Felge abzuziehen. Wir machen uns bemerkbar und tatsächlich öffnet er die Tür, damit wir aussteigen können. Alle nutzen die Pause zum Pinkeln, zum Erbrechen und was zum Trinken zu kaufen. Endlich geht es weiter, die Landschaft wird hügeliger und es gibt keine Reisfelder mehr. Nach einer weiteren Stunde machen wir etwas länger Pause. Dann geht es in Serpentinen die Berge hinauf. Es ist kein Verkehr, wir kommen gut voran und die Übelkeit einiger Einheimischer hält sich in Grenzen. Nach und nach werden einzelne Reisende abgesetzt, es ist schon dunkel und wir kommen endlich um 18:30 Uhr in Da Lat an.

Da Lat: liegt in den Bergen auf 1500m an einem See. Wegen des kühlen Klimas kommen am Wochenende viele Saigoner hierher. Wir haben uns einen kleinen Ort in den Bergen vorgestellt. Aber es ist eine große Stadt, dort gibt hunderte von Hotels, jede Menge Restaurants und in der Region wird viel Gemüse und Obst angebaut, es gibt sogar Erdbeeren.

wp_20161209_20_27_37_proWir haben kein Zimmer vorgebucht, ein Mann spricht uns an und bringt uns zu einem Homestay. Es liegt ziemlich außerhalb, aber wir bleiben trotzdem. Das Zimmer ist klein, das Bad alt, aber der Gartenbereich ganz nett. Außerdem ist die ganze Familie versammelt, alle freuen sich und machen einen netten Eindruck. Wir bleiben und zum Abendessen gibt es Barbeque. Wir sitzen alle an einem großen Tisch, es gibt Frühlingsrollen, Rollen aus Reisnudeln mit Fischsoße, Gemüse, Kartoffeln, Reis und vom Tischgrill Schwein und Hühnchen. Der eine Bruder ist ein richtiger Alleinunterhalter, erst ist es ganz lustig, besonders seine Schwester und seine Nichte lachen bei jedem Witzchen. Aber irgendwann ist es wird es anstrengend, er wiederholt sich und das alles in Englisch. Gut, dass er sich um 9 Uhr verabschiedet und wir können in unser Zimmer verschwinden.

Samstag, 10.12.2016

Cafe mit Salatdeko
Cafe mit Salatdeko

Die Nacht war ruhig, das Frühstück ging. Die Tochter des Hauses teilt uns mit, dass unser Zimmer für heute gebucht ist, und wir in’s Nebenzimmer ziehen können. Das ist ein Raum ohne Fenster mit 2 Stockbetten. Das wollen wir nicht und der Bruder will uns in ein anderes Hotel bringen. Alles ist gepackt, die Rechnung bezahlt und plötzlich könnten wir doch bleiben, die anderen haben abgesagt. Aber wir sind jetzt sogar froh zu wechseln, sonst hätten wir noch einen Abend mit dem anstrengenden Bruder verbringen müssen. Sie bringen uns mit zwei Motorrädern – die großen Rucksäcke auf dem Lenker! – zum Hotel. Dort bekommen wir ein 3-Bett-Zimmer, riesengroß, mit Bad und Balkon, für 18€. Inklusive Frühstück. Wir können zu Fuß in den Ort gehen und finden gleich ein schönes Cafe mit wirklich guten Kaffee.

Es ist relativ warm, wir besichtigen das Crazy House einer Künstlerin, deren Vorbild Dali und Hundertwasser sind. Man kann dort auch wohnen, es gibt viele verschiedene Zimmer.

 Sonntag, 11.12.2016

Es regnet! Nicht durchgehend, aber immer wieder. Wir spazieren trotzdem rund um den See, besichtigen den Blumengarten und gehen abends deutsch essen! Es gibt Bratwurst, Bratkartoffeln und Blaukraut! Ein Genuss nach 4 Monaten!

Montag, 12.12.2016

an der Uferpromenade von Nha Trang
an der Uferpromenade von Nha Trang

Bei Regen fahren wir aus den Bergen Richtung Ostküste. Zuerst sehen wir Quadratkilometer von überdachten Gemüsefeldern, dann geht es in Serpentinen wieder hinunter Richtung Meer. Es regnet immer noch als wir in Nha Trang ankommen. Wir finden ein helles Zimmer, ruhig gelegen. Leider ist der Ort überfüllt mit Russen, man muss in den Restaurants speziell nach einer Karte in englisch fragen. Für den nächsten Tag besorgen wir uns zwei Zugtickets. Nach Da Nang sind es 530km und von dort nach Hoi An nochmal 30km. Wir wollen nicht mit dem Nacht-Schlafbus fahren, in den engen Liegesitzen kann man nicht schlafen.

Dienstag, 13.12.2016

im Zug wird in jeder Lage geschlafen
im Zug wird in jeder Lage geschlafen

Nach einer Nacht mit Gewitter und einem gemütlichen Vormittag, es regnet noch immer, sind wir um 13Uhr am Bahnhof. Abfahrt soll um 13:30Uhr sein, Ankunft in Da Nang um 22:45Uhr. Wir haben Softsitze gebucht, ähnlich wie im Flugzeug, das ist für diese lange Fahrt bequem. Ich will nur fragen, wo unser Zug abfährt, da wird mir am Schalter mitgeteilt, dass unser Zug wegen dem Unwetter garnicht fährt. Aber ich kann das Geld zurückbekommen. Wir überlegen, ob wir jetzt doch mit dem Nachtbus fahren, oder zurück ins Hotel sollen. Und dann heißt es plötzlich, der Zug fährt doch in einer halben Stunde. Also nochmal Tickets gekauft und gewartet. Um 14:30Uhr fährt der Zug ein, unser Abteil ist voll, hauptsächlich

Tomi nach der Zugfahrt
Tomi nach der Zugfahrt

Vietnamesen. Angestellte der Bahn verkaufen Essen und Getränke, für abends kann man Reis mit Hühnchen vorbestellen. Und dann warten wir auf die Abfahrt. Es hat aufgehört zu regnen, es ist schwül-warm. Und wir warten. Endlich, um 17:30 Uhr geht es los. Aber ganz langsam, links und rechts steht das Wasser, alles ist überflutet. Nach ungefähr zwei Stunden Fahrt steigen viele Leute aus und wir können uns ausbreiten. Jeder hat zwei Sitze für sich, man kann sich sogar ein bisschen hinlegen. Sehr bequem ist es nicht, einige legen sich auf den Boden zum Schlafen. Mit uns reisen viele kleine Kakerlaken, die wohnen in den Fensterrahmen, krabbeln aber überall rum. Wir fahren die ganze Nacht, einige Male bleiben wir stehen oder fahren ganz langsam. Hin und wieder schlafen wir ein bisschen, aber wir sind wie gerädert, als wir um halb 6Uhr morgens in Da Nang ankommen. Wir brauchen erst mal einen Kaffee. Dann suchen wir fast eine Stunde die Haltestelle des Buses, der uns nach Hoi An bringen soll. Jeder schickt uns woanders hin, wenigstens regnet es nicht. Aber wir finden ihn doch und fahren 1 Stunde zum Busbahnhof von Hoi An. In unserem Zimmer waren wir um 11Uhr! Das war die längste Fahrt bisher auf unserer Reise!

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2 Comments

  1. Hanna Hanna

    Hallo Ihr Zwei,
    welch schöne Eindrücke. Mir gefällt natürlich am besten der See mit den Blumen. Wirklich wunderschön und die Weihnachtssterne, die ich hier nicht besonders mag. Euch noch eine schöne Zeit und vergesst nicht, am 24. ist Weihnachten. Feiern die Vietnamesen dies auch? Liebe Grüße aus dem grauen München Eure Hanna,

  2. Fatima Fatima

    Ich bin ja gespannt wie euch Hoi An gefällt. Wir fanden die alten Häuser dort wirklich sehenswert, aber alles war fest in Touristenhand und überall die gleichen Läden. Das war ein wenig nervig. Der Markt dort war sehenswert.
    Wir können euch noch eine tolle Fahrradtour bei Regen durch die Reisefelder bei Da Nang empfehlen :-).
    Fatima und Kalle

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